Herzenkinder 1.Hilfe: Bauchweh

 

Die Herzenskinder Bauchweh-Weg-Massage

 

 

 

Schritt 1: Massage des Bauches

 

Für die Bauchmassage empfehle ich die Benutzung eines ätherischen Öles, das die Verdauung zusätzlich anregen kann. Besonders eignen sich hierfür Salben- und Ölmischungen mit Fenchel und Kümmel, Koriander und Kamille römisch.

 

  • Massiere den Bauch Deines Babys im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel herum

  • Massiere nun in kleinen Kreisen weiter

  • Mache den „Moonwalk“: Deine Finger tippeln von rechts nach links (aus Babys Sicht) über den kleinen Bauch

  • Wiederhole die Massage um den Bauchnabel

Besonders wirksam ist ein feuchtwarmer Wickel.

 

Schritt 2: sanfte Übungen

 

  • Beginne die Beine deines Babys über dessen Bauch mehrmals sanft zu kreuzen

  • Nimm nun die Unterschenkel in die Hand und Bewege abwechselnd die Oberschenkel auf den Bauch des Babys

  • Zuletzt kannst Du noch „Radfahren“

 

Schritt 3: Massage der Fußsohle

 

Nimm beide Füße in eine Hand und stelle dir vor, sie spiegeln den ganzen Körper.

 

Massiere nun von unterhalb des Ballen des rechten Babyfußes Richtung Ferse des linken Babyfußes.

 

Ob du Öl verwendest und welches ist hier nebensächlich.

 

Schritt 4: Abhalten

 

Biete Deinem Baby im Anschluss an die Massage an sich zu entleeren, indem Du Ihm in der „Rennfahrerhocke“ das Ausscheiden erleichterst.

 

Was sonst noch helfen könnte

  • Fliegergriff
  • Tragen
  • Kuscheln
  • Achte kritisch auf Eure Ernährung:

 

  1. Vit D Präparate (Flour) wirken oft blähend,
  2. Tee/Wasser hat erst mit der Beikost etwas in Babys Bauch zu suchen: Wasser weicht die Darmschlingen auf bzw lässt diese aufquillen, was Schmerzen verursacht. Zudem ist die Gefahr einer Elektrolyt-Entgleisung gegeben, denn der kleine Darm hat sich auf die Verdauung von Milch eingestellt!
  3. Mama Ernährung: Sofern du stillst ist es natürlich so, dass deine Muttermilch Bestandteile deiner Nahrung enthält. Nahrungsmittel, die dich blähen kann auch dein Baby oft nicht gut verdauen! Zudem gibt es viele Lebensmittel mit stopfender (zB Banane) oder abführender (zB Apfelschale, Pflaume, Milchzucker) Wirkung, was Ihr euch zu Nutze machen könnt! Entweder die stillende Mama oder dann ab Beikostreife dein Herzenskind selbst - probiert euch doch mal durch, was Euch gut hilft!
  4. Formulanahrung/Pulvermilch hat allgemeinhin eine markenunabhängige ähnliche Zusammensetzung. Jedoch gibt es empfindliche Babys, die auch auf kleine Unterschiede in der Zusammensetzung empfindlich reagieren. Hier einige "Grundregeln": Pre-Milch ist der MuMi am ähnlichsten (allen Folgenahrungen ist Stärke zugesetzt) und somit durchgehend empfehlenswert, ihr müsst nicht umsteigen; verschiedene Nahrungen zu mischen ist nicht sinnvoll - wenn ihr wechselt solltet ihr mindestens eine Woche lang durchgehend eine Nahrung füttern!; Hypoallergene Nahrung enthält bereits aufgespaltene Eiweiße was leichter verdaulich sein soll; entblähendes Milchpulver oder Sauger/Flaschen sind meist nur Werbeversprechen der Industrie; Spezialnahrungen (zB milchfrei) sollten nur auf medizinische Indikation hin gegeben werden!!

 

  • Im Internet kursieren vielerlei Tipps zu Blähungen und Bauchschmerzen sowie zum Ausscheiden. Wir wollen einige kurz kritisch beleuchten:    
  1.  Lefax® oder Sab simplex®  sind entschäumende Medikamente, die Dank ihrer Süße sehr lecker schmecken. Blähungen sind Gasblasen im Magen und Darm - die sogenannten Entschäumer verkleinern oder lösen sogar diese Blasen auf und wirken somit gegen das Spannungs- und Druckgefühl. Ich möchte Euch dennoch dafür sensibilisieren, dass es Medikamente sind, die nicht für eine kontinuierliche Anwendung empfehlenswert sind.
  2.  CO2 Zäpfchen entwickeln im Enddarm Mikrobläschen aus Kohlendioxid und dehnen so behutsam die Darmwand. Die Darmperistaltik wird aktiviert und der Entleerungsreflex im Enddarm ausgelöst. Aufgrund seiner Wirkungsweise direkt auf die Darmwand (der Darm wird also zum Ausscheiden angeregt) ist eine Gewöhnung nicht zu erwarten.
  3. Glycerin-Zäpfchen wirken dehydrierend auf die Darmschleimhaut im Enddarm - das steigert die Bewegung des Enddarms und der Defäkationsreflex wird ausgelöst. Zudem wird der Stuhlgang durch den Wirkstoff Glycerol weicher und gleitfähiger, wodurch er leichter abgesetzt werden kann. Bitte nur in Absprache mit dem Kinderarzt anwenden!
  4. Einlauf/Klistier/Miniklistier: Die Wirkstoffe setzen das im Stuhl gebundene Wasser frei und weichen den Stuhl auf. Da der gelartige Inhalt des Mini-Klistiers rein lokal und physikalisch wirkt, hat er keinen Einfluss auf die Darmtätigkeit, wie dies bei anderen Mitteln der Fall sein kann. Ein Gewöhnungs- oder Abhängigkeitspotential ist nicht zu erwarten ABER die Gefahr einer Natriumentgleisung und Dehydrierung bestehen, daher bitte nur in Absprache mit dem Kinderarzt verwenden!
  5. Thermometer-Stimulation: Es ist eine häufig empfohlene Methode um den Enddarm zu dehnen und die Entleerung des Stuhlgangs zu fördern mit dem Thermometer den Anus zu stimulieren. Davon solltet Ihr unbedingt abstand nehmen, denn die Verletzungsgefahr ist sehr groß. Dazu kommt dass jeglicher digitalen Stimulation die Darmwand sich eben nicht selbst dehnt und damit die Gewöhnung sehr groß ist.

 

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